Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2026

DDT in alten Fertighäusern

Kurz zusammengefasst

DDT ist ein Insektizid, das in Westdeutschland seit dem 7. August 1972 verboten ist. In der DDR wurde es bis 1989 in dem Holzschutzmittel Hylotox 59 eingesetzt, das 3,5 Prozent DDT und 0,5 Prozent Lindan enthielt. Betroffen sind deshalb vor allem Dachstühle und Holzbauteile in Gebäuden der ehemaligen DDR. In westdeutschen Fertighäusern dominierten nach einer Holzprobenauswertung PCP und Lindan, nicht DDT. Ganz ausschließen lässt sich DDT auch dort nicht, etwa bei Häusern aus der Zeit vor 1972 oder durch frühere Schädlingsbekämpfung. DDT ist schwer abbaubar, reichert sich im Fettgewebe an und gilt seit 2015 laut IARC als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen. Nachgewiesen wird es über Holzproben, Hausstaub und Raumluft. Eine Sanierung gehört in Fachhände, und belastetes Holz darf nicht verbrannt werden.

Das bekannteste Umweltgift

DDT ist einer der bekanntesten Namen unter den Umweltgiften. Viele denken dabei an Landwirtschaft, Malariabekämpfung und das Buch über den stummen Frühling. Dass DDT auch in Häusern steckt, ist weniger bekannt. Es sitzt im Holz alter Dachstühle, in Staub und auf Oberflächen, und es verschwindet nicht von selbst. Für Fertighäuser ist die Lage differenziert. In alten westdeutschen Fertighäusern ist DDT seltener als PCP und Lindan.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe

DDT steht für Dichlordiphenyltrichlorethan. Es ist ein Insektizid aus der Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe. Nach einer Zusammenfassung der Internationalen Agentur für Krebsforschung wird es seit 1943 als nicht systemisches Insektizid mit breitem Wirkspektrum verwendet. Es diente der Bekämpfung von Überträgern von Malaria, Typhus und Gelbfieber und wurde auch auf Nahrungspflanzen eingesetzt.

Technisches DDT ist ein Gemisch. Es besteht aus para,para’ DDT, seinen Isomeren und verwandten Verbindungen. Im Körper und in der Umwelt wandelt es sich in Abbauprodukte um, vor allem in DDE und DDD. Fachleute fassen DDT, DDE und DDD häufig als DDX zusammen. Laborberichte nennen oft diesen Summenwert.

Zwei Eigenschaften machen DDT problematisch. Es ist stark fettlöslich, bleibt in der Umwelt bestehen und reichert sich im Menschen an, wegen langer Halbwertszeiten von etwa 6 Jahren bei DDT und möglicherweise bis zu 10 Jahren bei DDE. Chemisch ist es zudem praktisch wasserunlöslich und stark lipophil. Was einmal in Holz, Staub oder Körperfett gelangt ist, bleibt lange.

Verbot von DDT

Die Verbote kamen zeitlich versetzt.

DDT in Westdeutschland

DDT ist in den alten Bundesländern seit dem 7. August 1972 gesetzlich verboten, aufgrund des Gesetzes über den Verkehr mit DDT. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Herstellung, Inverkehrbringen und Verwendung von DDT in Deutschland seit 1972 durch das DDT Gesetz verboten sind (siehe: mv-regierungumweltbundesamt)

DDT in der DDR

Dort lief die Verwendung länger. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg Vorpommern nennt für das Holzschutzmittel Hylotox 59 eine Verwendung bis 1989. Das DDT Gesetz galt in den neuen Ländern erst ab dem 1. Juli 1990 im Rahmen des Umweltrahmengesetzes.

DDT international

DDT steht in Anlage B des Stockholmer Übereinkommens und in Anhang I der EU POP Verordnung ohne Ausnahmen. Es gehört damit zu den persistenten organischen Schadstoffen, die weltweit eingeschränkt werden(siehe: umweltbundesamt)

Vorkommen von DDT im Haus

Hylotox 59 und die DDR Dachstühle

Der wichtigste Fall in Gebäuden ist das Holzschutzmittel Hylotox 59. Es war ein in der DDR bis 1989 verwendetes Mittel, das 3,5 Prozent DDT und 0,5 Prozent Lindan enthielt. Eingesetzt wurde es vor allem zur Imprägnierung von Dachstühlen, sodass neben Dachstühlen auch Dachwohnungen und Etagenwohnungen betroffen sind. Ebenso wurden Holzeinbauten und Möbel im Innenraum mit Hylotox behandelt.

Das Umweltbundesamt fasst die Lage knapp zusammen. DDT Kontaminationen sind insbesondere in baulichen Holzkonstruktionen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu erwarten, wo DDT haltige Mittel bis 1989 in Innenräumen und auf Dachbalken eingesetzt wurden. Die Menge war groß. Nach Angaben der Stiftung Warentest wurden noch 1988 in der DDR 1.000 Tonnen Hylotox 59 produziert.

Ost und West im Vergleich

Wie unterschiedlich die Lage war, zeigt eine Auswertung von Holzproben. Stiftung Warentest berichtete, dass von 1.500 eingesandten Proben jede zweite aus den neuen Bundesländern eindeutig mit Holzschutzmitteln belastet war. Am häufigsten fanden die Tester dort den Wirkstoff DDT, im Westen dominierten PCP und Lindan.

Für Fertighäuser in den alten Bundesländern heißt das, dass der typische Befund PCP, Lindan und gegebenenfalls Formaldehyd lautet. DDT ist hier die Ausnahme.

DDT im alten Fertighaus

Vier Konstellationen sollten Sie kennen:

Gebäude in den neuen Ländern. Wer ein Holzhaus oder Fertighaus in Ostdeutschland besitzt oder kaufen will, sollte DDT mitdenken, besonders bei Dachstühlen und Holzeinbauten aus der Zeit bis 1989.

Häuser vor 1972. In den westdeutschen Baujahren vor dem Verbot konnte DDT in Holzschutz oder Schädlingsbekämpfungsmitteln vorkommen. Je früher das Baujahr, desto eher ist das denkbar.

Frühere Schädlingsbekämpfung. Eine Fachseite weist darauf hin, dass DDT durch lange zurückliegende Desinfektionsmaßnahmen noch in Innenräumen vorhanden sein kann. Dazu zählen Mottenmittel, Insektensprays und Anwendungen in Dachböden und Kellern.

Gebrauchte Bauteile und Möbel. Alte Holzteile, Möbel oder Textilien können DDT mitbringen und in ein Haus tragen.

Das Baujahr bleibt der erste Orientierungspunkt. Der Artikel zum Baujahr 1965 bis 1985 erklärt, warum. Bei jüngeren Häusern, etwa einem Haus von 1986, ist DDT nach der Rechtslage in Westdeutschland nicht zu erwarten. Eine Messung klärt es trotzdem sicher.

Erkennung von DDT

Eine einfache Erkennung gibt es nicht. Es gibt aber Hinweise.

Öliger Geruch

Die Stiftung Warentest beschreibt, dass sich die Anwendung von Hylotox oft an einem öligen Geruch und an raureifartigen Kristallen auf der Holzoberfläche erkennen lässt. Der Geruch stammt aus dem Produktgemisch und sagt nichts über den Wirkstoff. Der Artikel zur Nase als Messgerät erklärt das genauer.

Kristalle auf der Holzoberfläche

In nicht ausgebauten, behandelten Dachstühlen zeigen sich kristalline Ausblühungen von DDT am Holz. Eine Fachseite beschreibt, dass sich bei getränktem Holz nach einiger Zeit weißgraue, glitzernde DDT Kristalle bilden. Eine Gefährdung besteht durch Einatmen von Staubpartikeln und abgeriebenen Kristallen. Fassen Sie solche Kristalle nicht ohne Handschuhe an.

Sternförmige kristalline Ausblühungen von Holzschutzmitteln auf der Oberfläche eines alten Holzbalkens als Indiz für Altlasten
Kristallartige Anhaftungen an einem mit DDT behandeltem Dachbalken

Flecken auf dem Dachboden

Flecken auf dem Dachboden oder an der Decke eines darunter liegenden Raumes können auf Holzschutzmittelrückstände hinweisen. In einem solchen Fall sollte auch die Schüttung im Zwischenbodenbereich ersetzt werden.

Aufnahme von DDT in den Körper

Die Aufnahme erfolgt über mehrere Wege.

Staub. DDT lagert sich an Staubpartikeln an und verteilt sich im Haus. Gerade in Dachböden kann der Staub stark belastet sein. Nach Angaben des Landeshygieneinstituts Mecklenburg Vorpommern wurden im belasteten Staub Werte von 1 bis 2 Gramm je Kilogramm Staub gemessen. Dieser Wert stammt aus einem Dokument von 2002 und zeigt die Größenordnung in Extremfällen.

Atmung und Haut. Staub und abgeriebene Kristalle können eingeatmet werden. Auch über die Haut ist eine Aufnahme möglich.

Kinder. Kleinkinder nehmen auf dem Boden spielend Staub über Haut und Mund auf. Deshalb orientieren sich Behörden bei der Bewertung an ihnen.

Einmal aufgenommen, verbleibt DDT lange im Körper. Das Umweltmedizinische Informationsblatt hält fest, dass DDT bei chronischer Belastung auch das Immunsystem beeinflusst und sich wegen seines lipophilen Charakters über die Nahrungskette im menschlichen Körper anreichert.

Gefährlichkeit von DDT

Krebsrisiko. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat im Juni 2015 DDT als wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen eingestuft, Gruppe 2A, auf Grundlage ausreichender Hinweise aus Tierversuchen und begrenzter Hinweise beim Menschen. In Studien wurden Zusammenhänge zwischen DDT Exposition und Non Hodgkin Lymphomen, Hodenkrebs und Leberkrebs gefunden. Wichtig ist der Hinweis der Behörde selbst. Die Einstufung zeigt die Stärke der Evidenz dafür, dass ein Stoff Krebs verursacht, nicht die Höhe des Risikos bei einer Exposition. Eine Einstufung sagt also nichts über Ihr persönliches Risiko in einem bestimmten Haus.

Weitere Wirkungen. DDT steht im Verdacht, hormonähnliche Wirkungen zu besitzen. Es beeinflusst das Immunsystem. Ältere Pressemitteilungen sprechen von Nervengift Wirkung, bei hoher Aufnahme.

Aufnahmewert. Die Weltgesundheitsorganisation hat 1984 einen akzeptablen Tagesaufnahmewert von 0 bis 0,02 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht für jede Kombination von DDT, DDD und DDE abgeleitet. Dieser Wert ist 20 Mikrogramm. Das Bundestagsdokument beschreibt, dass er als Vorsorgewert, also Richtwert I, bei der Sanierung von Bauten zugrunde gelegt wird.

Das Lindan Thema. Hylotox 59 enthielt neben DDT auch Lindan. Lindan wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung 2015 als krebserzeugend für den Menschen in Gruppe 1 eingestuft. Wer Hylotox 59 im Haus hat, sollte deshalb beide Stoffe betrachten. Der Artikel zu PCP und Lindan beschreibt Lindan im Detail.

Gelassenheit und Vorsicht. Das Landesamt in Mecklenburg Vorpommern verweist auf eine Einschätzung des Umweltbundesamtes von 1999, die bei Hausstaubbelastungen von bis zu 100 Milligramm DDT je Kilogramm Hausstaub keinen Handlungsbedarf zur Verringerung der Belastung sieht. Das zeigt, dass nicht jeder Nachweis automatisch eine Gefahr bedeutet. Es zeigt zugleich, wie wichtig die Bewertung durch Fachleute ist.

Messung von DDT

Es gibt drei Messwege, die sich ergänzen.

MesswegWas untersucht wirdZweck
HolzprobeSpäne aus den obersten Millimetern des HolzesZeigt, ob und wie stark das Holz behandelt wurde
HausstaubStaub, meist feine SiebfraktionZeigt die Belastung der Wohnumgebung und die Sekundärverteilung
RaumluftLuft im Raum unter definierten BedingungenZeigt die tatsächliche Belastung der Bewohner

Holzprobe. Eine Sanierungsfachseite beschreibt als Vorgehen mehrere Entnahmen aus jeweils 2 Millimeter Tiefe sowie gemischte Staubproben, die per Gaschromatographie mit Massenspektrometer oder Elektroneneinfangdetektor analysiert werden. Der Hintergrund liegt auf der Hand. Das Mittel sitzt im Randbereich des Holzes. Eine Probe aus der Tiefe verdünnt das Ergebnis.

Orientierung für Holz. Das Landesamt in Mecklenburg Vorpommern gibt Orientierungswerte an. Danach liegt DDT in unbehandeltem Holz unter 1 Milligramm je Kilogramm, in behandeltem Holz zwischen 50 und 500 Milligramm je Kilogramm. Diese Werte zeigen nur, ob ein Holz mit Hylotox 59 behandelt wurde. Sie sagen nichts über die Raumluft aus.

Hausstaub. Staubproben werden häufig aus der feinen Fraktion unter 0,063 Millimeter gewonnen. Sie zeigen, wie viel DDT sich im Wohnbereich verteilt hat.

Raumluft. Hier sind die Maßstäbe älter und uneinheitlich. Ein Bundestagsdokument von 2002 nennt einen Sanierungszielwert von 340 Nanogramm pro Kubikmeter für DDT, abgeleitet aus dem Aufnahmewert. In Dachböden wurden Konzentrationen in der Luft über 0,1 Mikrogramm pro Kubikmeter beobachtet. Fragen Sie den Sachverständigen, welcher Maßstab für Ihren Fall aktuell gilt.

Das Labor. Viele Labore melden DDT als Summe der Abbauprodukte, als DDX. Ein Material Check, wie er im Artikel zur Holzprobe beschrieben ist, enthält diesen Wert. Ein Einsende Set liefert eine Orientierung. Für Kauf, Streit und Sanierungsplanung brauchen Sie einen Sachverständigen. Der Artikel zum Sachverständigen erklärt, warum.

Ablauf einer DDT-Sanierung

Die Sanierung hängt von Belastung und Nutzung ab. Einige Grundsätze gelten fast immer.

Nicht verbrennen. Das Landesamt in M-V warnt ausdrücklich vor dem Abbrennen von Farben, die auf DDT, Lindan oder PCP haltigen Hölzern verstrichen wurden, und vor der Verbrennung solcher Hölzer, weil dabei hochgiftige Dioxine entstehen können. Belastetes Holz gehört weder in den Kamin noch ins Lagerfeuer.

Dachboden zunächst nicht nutzen. Ein Informationsdienst empfahl, DDT belastete Dachböden vorsorglich nicht als Trockenböden oder Abstellräume zu nutzen. Dort liegt Staub, den Sie aufwirbeln und verschleppen können.

Vor dem Ausbau prüfen. Vor dem Ausbau eines alten Dachbodens sollte ein Sachverständiger prüfen, ob vorhandene Holzbauteile chemisch behandelt wurden, durch eine Mischprobe aus mehreren Stellen. Bei einem Dachgeschossausbau ist der Kontakt mit dem Material nicht zu vermeiden, wenn man ihn nicht plant.

Abdichten oder entfernen. Bei niedrigen Belastungen kann eine luftdichte Schicht helfen. Eine Fachseite beschreibt, dass bei einem Einbau einer geeigneten Dampfbremse ein Ausgasen der Gifte in den Innenraum verhindert würde. Bei hohen Belastungen sprechen Fachleute von der Entfernung. Eine Berichterstattung zitiert die Einschätzung, dass bei hochgradig kontaminierten Dachstühlen die Entfernung aller belasteten Materialien die sinnvollste Methode ist.

Staub kontrollieren. Bei jeder Arbeit muss der Staub gebunden, abgesaugt und fachgerecht entfernt werden. Fegen und Druckluft verteilen den Wirkstoff.

Schutzausrüstung. Atemschutz, Schutzanzug und Handschuhe gehören dazu. Die Auswahl ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.

Messung vorher und nachher. Sinnvoll ist eine Raumluftmessung vor und nach der Sanierung. Nur so lässt sich der Erfolg belegen.

Entsorgung von DDT-haltigem Holz

Die Entsorgung richtet sich nach der Konzentration. Die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall hat DDT in einem Steckbrief beschrieben. Danach gilt für Abfälle eine Konzentrationsgrenze von 50 Milligramm je Kilogramm nach Anhang IV der EU POP Verordnung. Darüber ist der Abfall als gefährlicher POP Abfall zu behandeln. Der Steckbrief nennt als typischen Fall Altholz aus baulichen Holzkonstruktionen im Bereich der ehemaligen DDR.

Für Dachstuhlholz gibt das Bayerische Landesamt für Umwelt einen weiteren Hinweis. Die DIN 68800 Teil 3 forderte bis 1990 chemischen Holzschutz für alle tragenden Bauteile und damit auch für sämtliche hölzernen Dachstuhlkonstruktionen. Beim Rückbau gelten die Regeln der Altholzverordnung, und bei gefährlichen Althölzern ist die Deklaration zu beachten. Der Artikel zum Abstand vom Hauskauf beschreibt die Altholzkategorien und Entsorgungskosten.

Praktisch bedeutet das. Lassen Sie belastetes Holz nie in den Hausmüll, in die Biotonne oder in den Sperrmüll gelangen. Sprechen Sie vor einem Rückbau mit einem Entsorgungsfachbetrieb und der Abfallbehörde.

Kauf und Verkauf einer mit DDT belasteten Fertighaus-Immobilie

Beim Kauf eines Hauses in den neuen Ländern sollte DDT zur Standardprüfung gehören, besonders bei Dachstühlen. In den alten Ländern gehört es in die Prüfung bei Häusern vor 1972 und bei Hinweisen auf frühere Bekämpfungsmaßnahmen. Wer ein Ergebnis kennt, kann es in Preis und Vertrag verankern. Der Artikel zum Abstand vom Hauskauf zeigt, wie das geht, und der Artikel zur Haftung beim Hausverkauf erklärt die Folgen für Verkäufer.

Steuerlich können Sanierungskosten bei Schadstoffen unter bestimmten Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Ein Gutachten ist die Grundlage, wie der Artikel zur steuerlichen Absetzbarkeit beschreibt.

Checkliste- DDT-Verdacht im alten Fertighaus

SchrittWas Sie tunHinweis
1Region und Baujahr klärenNeue Länder bis 1989, alte Länder vor 1972
2Dachstuhl und Holzeinbauten ansehenÖlige Oberfläche, weißgraue Kristalle, Flecken
3Nichts aufwirbelnKein Fegen, keine Druckluft, Kristalle nicht berühren
4Dachboden nicht als Lager nutzenStaub und Kontakt vermeiden
5Sachverständigen beauftragenHolzprobe, Hausstaub, bei Bedarf Raumluft
6Auch auf Lindan und PCP prüfenHylotox 59 enthält DDT und Lindan
7Sanierung planenDampfbremse oder Entfernung, Staub binden
8Abfall richtig entsorgenGrenze 50 mg/kg, Entsorgungsfachbetrieb
9NachmessenRaumluft vor und nach der Sanierung

Wichtiger Teil der Schadstoffgeschichte

DDT ist in alten Fertighäusern der alten Bundesländer seltener als PCP und Lindan. Es ist aber ein wichtiger Teil der Schadstoffgeschichte, vor allem in Ostdeutschland, wo Hylotox 59 bis 1989 massenhaft in Dachstühlen und Holzeinbauten eingesetzt wurde. DDT ist schwer abbaubar, reichert sich im Körper an und gilt als wahrscheinlich krebserregend. Ein Nachweis ist trotzdem keine Katastrophe, sondern ein Anlass für Messung, Bewertung und eine überlegte Entscheidung. Wer ein Haus in den neuen Ländern besitzt oder kauft, sollte DDT mitprüfen lassen. Wer ein westdeutsches Haus der Zeit vor 1972 hat, ebenfalls. Und wer saniert, sollte nicht verbrennen, nicht aufwirbeln und fachgerecht entsorgen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist DDT und warum ist es in Häusern ein Thema?

DDT ist ein Insektizid, das in Holzschutzmitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln steckte. Es ist schwer abbaubar und kann Jahrzehnte nach dem Einsatz in Holz und Staub nachweisbar sein.

Seit wann ist DDT in Deutschland verboten?

In den alten Bundesländern seit dem 7. August 1972. In der DDR wurde es bis 1989 im Holzschutzmittel Hylotox 59 verwendet, und das DDT Gesetz galt in den neuen Ländern ab dem 1. Juli 1990.

Ist DDT in westdeutschen Fertighäusern verbreitet?

Eher selten. Nach einer Auswertung von 1.500 Holzproben dominierten im Westen PCP und Lindan, im Osten war DDT der häufigste Wirkstoff. Bei Häusern vor 1972 oder früherer Schädlingsbekämpfung ist es möglich.

Was war Hylotox 59?

Ein Holzschutzmittel der DDR, das 3,5 Prozent DDT und 0,5 Prozent Lindan enthielt. Es wurde vor allem für Dachstühle, aber auch für Möbel und Holzeinbauten verwendet, bis 1989.

Ist DDT krebserregend?

Die Internationale Agentur für Krebsforschung stufte DDT 2015 als wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen ein, Gruppe 2A. Die Einstufung beschreibt die Stärke der Hinweise und nicht die Höhe eines persönlichen Risikos.

Welche Werte gelten für DDT im Hausstaub?

Eine Einschätzung des Umweltbundesamtes von 1999 sieht bei bis zu 100 Milligramm DDT je Kilogramm Hausstaub keinen Handlungsbedarf zur Verringerung der Belastung. Ein Sachverständiger ordnet Ihre Werte ein.

Darf ich DDT haltiges Holz verbrennen?

Nein. Bei der Verbrennung können hochgiftige Dioxine entstehen. Belastetes Holz gehört zu einem Entsorgungsfachbetrieb.

Ab wann gilt DDT haltiger Abfall als gefährlicher POP Abfall?

Nach der EU POP Verordnung gilt eine Konzentrationsgrenze von 50 Milligramm je Kilogramm. Darüber ist der Abfall besonders zu behandeln. Fragen Sie vorab Ihren Entsorger.

Weiterführende Literatur

Dieses Thema behandle ich in meinem Buch „Das Fertighausdilemma” ausführlich. Dort finden Sie die Einordnung der Schadstoffe, Hinweise zur Untersuchung und Checklisten für Käufer, Verkäufer, Makler und Bewohner.

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Über den Autor

Maximilian Hundertmark

Der Autor befasst sich seit Jahren intensiv mit den baulichen Besonderheiten, Schadstoffrisiken und Geruchsproblemen älterer Fertighäuser. Als Autor der Bücher „Hosby“ und „Das Fertighaus-Dilemma“ fasst er fundierte Recherchen und praktische Erkenntnisse zusammen, um Hauskäufern und Eigentümern eine unabhängige und ehrliche Orientierung zu bieten.