Kurz zusammengefasst
| PCB sind synthetische Chlorverbindungen, die bis Ende der 1970er Jahre in vielen Bauprodukten steckten. Am häufigsten finden sie sich in grauen, dauerelastischen Fugendichtmassen auf Polysulfidbasis, die oft als Thiokol Massen bezeichnet werden. Der Schwerpunkt der Verwendung liegt zwischen 1955 und 1975. PCB haben keinen verlässlichen Geruch. Sie gasen langsam aus, verteilen sich über Raumluft und Hausstaub und lagern sich an Textilien und Bauteilen an. Gemessen wird die Summe von sechs Indikatorkongeneren, multipliziert mit dem Faktor 5. Die alte PCB Richtlinie nennt einen Vorsorgewert von 300 und einen Interventionswert von 3000 Nanogramm pro Kubikmeter. Das Umweltbundesamt hat im Januar 2025 deutlich strengere Richtwerte abgeleitet, nämlich 80 und 800 Nanogramm pro Kubikmeter. Eine Sanierung gehört in die Hand von Fachleuten. Wer eine Fuge selbst herausschneidet, kann die Belastung erst erzeugen. |
Selten berücksichtigt
Bei der Suche nach Schadstoffen in alten Fertighäusern denken viele zuerst an Holzschutzmittel und Formaldehyd. PCB stehen seltener auf dem Zettel. Dabei gehören sie zu den Stoffen, die ein Haus noch Jahrzehnte nach ihrem Verbot belasten können. Der Grund liegt in ihrer Beständigkeit. PCB werden kaum abgebaut. Sie verschwinden nicht, wenn ein Gebäude altert.
Synthetische Verbindungen
PCB steht für polychlorierte Biphenyle. Es sind synthetische Verbindungen ohne natürliche Vorkommen. Am Biphenylgerüst können zehn Wasserstoffatome durch ein bis zehn Chloratome ersetzt werden. Daraus ergeben sich insgesamt 209 Varianten, die Kongenere genannt werden.
In Deutschland kamen vor allem die technischen Gemische Clophen A30, A40, A50 und A60 zum Einsatz, wobei die Zahl hinter dem A den Chlorgehalt in Prozent angab. Weltweit wurden über etwa 60 Jahre rund 1,3 Millionen Tonnen produziert, mit der höchsten Menge im Jahr 1970.
Die Eigenschaften machten PCB attraktiv. Ein Merkblatt des Kreises Gütersloh nennt geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Dielektrizitätskonstante, gute Alterungs und Temperaturbeständigkeit und geringe Entflammbarkeit. Man unterscheidet zwei Anwendungsarten. In geschlossenen Systemen steckten PCB in elektrischen Geräten, Kühlgeräten, Transformatoren, Kondensatoren und Hydrauliksystemen. In offenen Anwendungen dienten sie als Weichmacher und Flammschutzmittel in Lacken, Dichtungsmassen und Klebstoffen. Für Gebäude zählen vor allem die offenen Anwendungen.
Verbotsverfahren
Das Verbot kam in Stufen. In öffentlichen Gebäuden wurden PCB bis zum Verbot der offenen Anwendungen Ende der 1970er Jahre als Weichmacher und Flammschutzmittel in Anstrichen, Spachtelmassen, Klebstoffen und dauerelastischen Dichtungsmassen verwendet. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt für das Verbot offener Systeme das Jahr 1978. Ende der 1980er Jahre wurde auch die Verwendung in geschlossenen Anwendungen gesetzlich reguliert. Der Betrieb PCB haltiger Kleinkondensatoren in Leuchtstofflampen ist seit dem Jahr 2000 untersagt, und PCB haltige Geräte mussten bis Ende 2010 bis auf geringe Ausnahmen beseitigt sein.
Später kam eine Konzentrationsgrenze hinzu. Verboten wurde das Inverkehrbringen von Stoffen und Erzeugnissen, die PCB in Konzentrationen ab 50 Milligramm pro Kilogramm enthalten. Dieser Wert taucht bis heute in der Abfallbewertung auf. (Umweltbundesamt)
PCB im alten Fertighaus
Dauerelastische Fugenmassen
Das Bayerische Landesamt für Umwelt beschreibt Fugenmassen als eine der Hauptquellen für primäre PCB Belastungen von Gebäuden. Es handelt sich um meist graue Dichtungsmassen auf Basis eines Polysulfidpolymers, die als Thiokol Massen bezeichnet werden, und die überstrichen sein können. Der Weichmacheranteil enthielt Produkte mit 30 bis 60 Gewichtsprozent Chlor, etwa unter den Handelsnamen Clophen oder Aroclor.
Zeitlich ist die Lage klar. Die Verwendung PCB haltiger Fugenmassen erstreckt sich insbesondere über den Zeitraum von 1955 bis 1975, mit einem Maximum zwischen 1964 und 1972, als ihr Marktanteil bei 80 bis 90 Prozent lag. Dieser Zeitraum deckt sich mit dem Fertighausboom. Das Landesamt weist zudem darauf hin, dass später eingebaute Fugenmassen bis Anfang der 1990er Jahre noch häufig mit PCB belastet waren. Die DGUV hält dagegen fest, dass nach dem derzeitigen Kenntnisstand bei nach 1980 errichteten Gebäuden keine offene PCB Anwendung zu erwarten ist. Beide Aussagen zusammen ergeben ein sinnvolles Bild. Der Schwerpunkt liegt bis Ende der 1970er Jahre, vereinzelt kann es später noch vorkommen.
Typische Einbauorte
Verbreitete Anwendungsbereiche sind:
- Gebäudedehnfugen
- Bewegungsfugen zwischen Betonfertigteilelementen
- Anschlussfugen bei Fenstern, Fensterbänken, Türen und Treppen
- Sanitärfugen
- Abdichtungen von Einbauschränken und Waschbecken
- Anschlussfugen an Türzargen und Glasanschlussfugen an Fenstern.
Für ein Fertighaus bedeutet das konkret: Besonders verdächtig sind Anschlussfugen an Fenstern und Türen, Fugen an Elementstößen und Außenfugen, außerdem Fugen im Bad und an Einbaumöbeln. Bei Fertighäusern mit Betonteilen kommen die Bewegungsfugen zwischen den Fertigteilen hinzu. Eine Pauschalaussage für einzelne Marken oder Typen ist nicht möglich. Entscheidend sind Baujahr und das tatsächlich verbaute Dichtmaterial.

Weitere Quellen
- Anstrichstoffe, Klebstoffe
- Deckenplatten als Weichmacher oder Flammschutzmittel
- Kunststoffe und Kabelummantelungen
- Deckenplatten enthielten oft hoch chlorierte Gemische
Die PCB Richtlinie in Nordrhein Westfalen beschreibt, dass solche Quellen oftmals Clophen A50 oder A60 enthalten und sich in der Raumluft dann ein hoch chloriertes Muster findet. In Kellern, Küchen und Garagen können außerdem alte Leuchten mit Kondensatoren auftauchen.
Primärquellen und Sekundärquellen
Fachleute unterscheiden zwei Arten: Primärquellen enthalten PCB von Anfang an, etwa die Fuge. Sekundärquellen haben PCB erst später aufgenommen. Die Richtlinie nennt dafür Mobiliar oder Ausstattungsgegenstände wie Teppichböden oder Gardinen, die PCB aus der belasteten Raumluft aufgenommen haben und nach und nach wieder freisetzen können. Auch Wände, Wandverkleidungen oder Fußbodenbeläge können sekundär über die Raumluft belastet sein. Das erklärt, warum eine Sanierung der Fugen allein manchmal nicht genügt.
Der Weg von PCB in die Raumluft und in den Körper
PCB sind schwer flüchtig, gasen aber langsam aus. Die Konzentration hängt von Temperatur und Jahreszeit ab. Die PCB Richtlinie weist darauf hin, dass die Raumluftkonzentration stark von jahreszeitlichen Temperaturschwankungen abhängt. Im Sommer messen Sie also tendenziell mehr als im Winter.
Die Aufnahme erfolgt über mehrere Wege. Das Gütersloher Merkblatt nennt die Raumluft und den Hausstaub, vor allem bei Kleinkindern. Dazu kommt Hautkontakt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass der Atemweg bedeutsamer sein kann, als man lange annahm. Das Umweltbundesamt schreibt, dass der inhalative Pfad im Vergleich zur Aufnahme über die Nahrung einen weit höheren Anteil haben kann als früher angenommen. In einer dänischen Studie mit Bewohnern belasteter Wohnungen, die im Mittel 15,5 Jahre dort lebten, führte eine mediane Raumluftbelastung von 2164 Nanogramm pro Kubikmeter zu einer medianen inhalativen Zufuhr von 280 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
Spezifischer Geruch
PCB kann man nicht riechen; jedenfalls nicht zuverlässig. Ein Leitfaden für Probenahmen von Fugenmassen hält fest, dass PCB keinen bekannten Geschmack und keinen bekannten Geruch haben. Eine PCB belastete Fuge riecht also nicht nach PCB. Ein süßlicher oder plastikartiger Weichmachergeruch kann vorkommen, ist aber unspezifisch und sagt nichts über den Stoff. Der Artikel zur Nase als Messgerät erklärt, warum der Geruch bei solchen Stoffen kein Hinweis sein kann. Wer sich auf seine Nase verlässt, übersieht PCB.
Der Fingernagel-Test
Es kursieren online eigenwillige Testmethoden, wie man PCB-Fugen angeblich eindeutig identifizieren kann. Man solle mit einem Fingernagel in die Fugenmasse hineindrücken. Wenn das Material nach dem Hineindrücken wieder vollständig in seine Ursprungsform zurückkehrt, sei dies ein Zeichen von PCB in dem Material.
PCB hat zwar die Eigenschaft, auch Jahrzehnte nach der Verarbeitung, noch elastisch zu sein. Dies reicht aber als Alleinstellungsmerkmal nicht aus, um diesen Stoff zweifelsfrei nachzuweisen. Die Nachweisbarkeit kann nur durch eine Probeentnahme erfolgen.
Gesundheitliche Wirkung
Die Einordnung stützt sich auf die Mitteilung des Ausschusses für Innenraumrichtwerte beim Umweltbundesamt von 2025.
Krebserzeugende Einstufung. Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat PCB als krebserzeugend für den Menschen in Gruppe 1 eingestuft. Die MAK Kommission ordnet sie in die Kategorie 4 ein. Ein Beitrag zum Krebsrisiko ist nach ihrer Einschätzung bei Einhaltung des Arbeitsplatzwertes nicht zu erwarten.
Weitere Wirkungen. PCB können Effekte auf Reproduktion, Schilddrüse, Haut, Leber und Herz Kreislaufsystem hervorrufen. Als sensibelste Wirkungen wurden Neurotoxizität und Immuntoxizität identifiziert. Hinweise auf schädliche Wirkungen gab es bereits in den 1930er Jahren.
Wohnraum Studien. Zwei dänische Registerstudien zu langjähriger Raumluftbelastung fanden bei sehr hohen Konzentrationen leicht erhöhte Risiken für Herzinfarkt und Typ 2 Diabetes. Die Autoren raten, die Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren.
Zur Einordnung gehört eine Gewichtung. Eine hohe Belastung der Raumluft verlangt Maßnahmen. Eine geringe verlangt Aufmerksamkeit und Kontrolle. Beides entscheidet die Messung.
Messungen von PCP
Bei Verdacht gibt es drei Messwege, die sich ergänzen:
| Messweg | Was untersucht wird | Wofür |
| Materialprobe | Fugenmasse, Anstrich, Kleber, Deckenplatte | Findet die Primärquelle. Zeigt den Gehalt in Milligramm pro Kilogramm. |
| Raumluft | Luft im Raum unter definierten Bedingungen | Zeigt die tatsächliche Belastung der Bewohner. |
| Hausstaub- und Wischproben | Staub, Oberflächen | Zeigt Ablagerungen und Sekundärquellen. |
Der Summenwert
In der Raumluft wird nicht jedes der 209 Kongenere einzeln bewertet. Man bildet die Summe der Konzentrationen der sechs Indikatorkongenere PCB 28, 52, 101, 138, 153 und 180 und multipliziert sie mit dem Faktor 5. Das Ergebnis heißt PCBges. Das Messverfahren mit Gaschromatographie und Massenspektrometrie ist in der VDI 2464 Blatt 1 beschrieben. Für die Probenahme verweist die DGUV auf die VDI 4300 Blatt 2.
Der Materialwert
Für die Abfallbewertung zählt der Gehalt in der Probe. Abfälle mit PCB Gehalten unter 50 Milligramm pro Kilogramm gelten für die Entsorgung als PCB frei. Über diesem Wert gilt das Material als PCB haltig.
Der Ablauf
Ein Sachverständiger plant die Messung, entnimmt Material und Luftproben nach Regelwerk und lässt sie in einem akkreditierten Labor analysieren. Das beschreibt der Artikel zur Notwendigkeit des Gutachters im Detail. Für die Fugenprobe gilt eine klare Regel. Schneiden Sie sie nicht selbst heraus. Ein Eingriff kann Staub freisetzen und die Belastung erhöhen. Die Schweizer Behörde warnt, dass bei unsachgemäßen Sanierungen PCB in die Umwelt gelangen und eine Gefahr für Handwerker und Dritte darstellen können. (siehe auch: Schweizer Bundesbehörden)
Bewertung der Testergebnisse
Hier stehen heute zwei Systeme nebeneinander. Das ist für Laien verwirrend und deshalb wichtig.
Die alte PCB Richtlinie von 1994
Die in den 1990er Jahren in den meisten Bundesländern bauaufsichtlich eingeführte PCB Richtlinie nennt einen Vorsorgewert bzw. Sanierungszielwert von 300 und einen Interventionswert von 3000 Nanogramm pro Kubikmeter. Die Logik der Richtlinie lautet unter 300 langfristig tolerabel, zwischen 300 und 3000 Quelle aufspüren und nach Möglichkeit beseitigen, und über 3000 bei ganztägigem Aufenthalt Sanierung zur Gefahrenabwehr. Nach einer Sanierung soll der Wert 300 Nanogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten.
Die neuen Richtwerte des Umweltbundesamtes von 2025
Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte hat im Januar 2025 neue Werte veröffentlicht. Er leitet einen Vorsorgewert, den Richtwert I, von 80 Nanogramm pro Kubikmeter und einen Gefahrenwert, den Richtwert II, von 800 Nanogramm pro Kubikmeter für PCBges ab. Die Begründung ist deutlich. Die Werte der alten Richtlinie beruhen auf einer Tierstudie aus den 1970er Jahren. Neuere Studien zeigen, dass die Einhaltung der alten Werte nicht ausreichend vor den gesundheitsschädlichen Wirkungen der PCB schützt. Ein dioxinähnlicher Prüfwert aus dem Jahr 2007 wurde zurückgezogen, weil der neue Gefahrenwert diese Anteile mit abdeckt.
Die Werte im Überblick
| Maßstab | Vorsorgewert | Gefahrenwert | Status |
| PCB Richtlinie 1994 | 300 ng/m³ | 3000 ng/m³ | in den meisten Ländern bauaufsichtlich eingeführt |
| Richtwerte des Umweltbundesamtes 2025 | 80 ng/m³ | 800 ng/m³ | gesundheitlich begründete Richtwerte |
| Hintergrund in Wohnungen ohne PCB Quelle | etwa 1,3 bis 18 ng/m³ | nicht zutreffend | Medianwerte europäischer Messungen |
Zur Einordnung der Spannweite. In Gebäuden mit definierten Quellen liegen die Werte um ein Vielfaches höher. Untersuchungen aus Deutschland fanden in PCB kontaminierten Gebäuden Werte bis zu 20.000 Nanogramm pro Kubikmeter und mehr. In Büros PCB belasteter Gebäude lag der Median 2013 und 2014 bei 479 Nanogramm pro Kubikmeter.
Was gilt nun für Sie? Die Richtlinie bleibt in den meisten Bundesländern die technische Regel, die neuen Richtwerte sind der aktuelle gesundheitliche Maßstab. Ob und wann die Länder die Richtlinie anpassen, kann ich nicht vorhersagen. Fragen Sie Ihren Sachverständigen nach dem aktuellen Stand. Vereinbaren Sie als Sanierungsziel einen Wert, der sich an den neuen Richtwerten orientiert, wenn das Budget es zulässt.
Ablauf einer PCB-Sanierung
Eine Sanierung folgt einem festen Konzept. Die PCB Richtlinie beschreibt drei Methoden:
- Methode 1 entfernt die Primärquellen.
- Methode 2 trennt PCB Quellen räumlich vom Raum.
- Methode 3 behandelt Sekundärquellen. Dazu kommen die Reinigung, Schutzmaßnahmen für die Arbeiter, die Entsorgung und eine Erfolgskontrolle.
Erst die Primärquelle. Die Richtlinie lautet: Lässt sich die Raumluftkonzentration durch Maßnahmen an den Primärquellen nicht unter den Sanierungsleitwert senken, ist darüber hinaus die Sanierung von Sekundärquellen erforderlich. Gemeint sind etwa belastete Bauteile oder Gegenstände. Das passt zu den Hinweisen zu Teppichen und Gardinen weiter oben.
Ziel ist die Absenkung. Der Auftrag der Richtlinie ist nicht, jedes PCB zu entfernen. Das Ziel ist, die Raumluftkonzentration unter den Vorsorgewert zu senken. Die Entfernung ist das Mittel, nicht das Ziel.
Arbeitsschutz. Die Sanierung erzeugt Staub und Dämpfe. Die Landesbehörde in Nordrhein Westfalen weist darauf hin, dass bei der Entfernung PCB haltiger Fugenmassen Gefahrstoffe freigesetzt werden können und in kontaminierten Bereichen gearbeitet wird. Das gehört in die Hand einer Fachfirma, die Schutzkleidung, Absaugung, Abschottung und Reinigung beherrscht.
Entsorgung. Für Abfälle gilt der Abfallschlüssel 17 09 02 mit Stern für Bau und Abbruchabfälle, die PCB enthalten, etwa PCB haltige Dichtungsmassen. Solche Abfälle sind gemäß POP Verordnung in Verbindung mit der PCB Abfallverordnung gefährliche Abfälle. Die Ablagerung über den Grenzkonzentrationen ist auf oberirdischen Deponien nicht zulässig. Wie bei anderen Schadstoffen gehört die Dokumentation zur Arbeit der Fachfirma.
Erfolgskontrolle. Nach der Sanierung wird gemessen. Berücksichtigen Sie die Jahreszeit, denn die Werte schwanken. Die Richtlinie sieht deshalb vor, dass ein Messwert den Sanierungsleitwert bei sorgfältiger Sanierung zeitlich befristet überschreiten darf. Ein Sachverständiger legt die Messstrategie fest.
Übergangsmaßnahmen. Bis zur Sanierung können häufiges Lüften und feuchtes Reinigen die Belastung durch Staub und Luft senken. Sie beseitigen die Quelle nicht. Wer Kinder oder empfindliche Personen im Haus hat, sollte nicht warten.
Kauf, Verkauf und Steuer
PCB sind für Käufer und Verkäufer relevant. Beim Kauf eines Hauses bis Baujahr 1980 gehören Fugen auf die Prüfliste. Der Artikel zum Abstand vom Hauskauf beschreibt, wie sich Befunde in Preis und Vertrag verankern lassen. Auch steuerlich spielt PCB eine Rolle. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Kosten der Sanierung bei PCB Belastung als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden können, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Ein Gutachten ist die Grundlage. Der Artikel zur steuerlichen Absetzbarkeit erklärt die Einzelheiten.
Checkliste. PCB Verdacht im alten Fertighaus
| Schritt | Was Sie tun | Hinweis |
| 1 | Baujahr prüfen | Schwerpunkt 1955 bis 1975, bis Ende der 1970er Jahre, vereinzelt später |
| 2 | Fugen lokalisieren | Fenster, Türen, Elementstöße, Außenfugen, Bad, Einbaumöbel, grau und dauerelastisch |
| 3 | Fugen nicht beschädigen | Nicht schneiden, kratzen oder abschleifen |
| 4 | Sachverständigen beauftragen | Materialprobe, Raumluft nach VDI 4300 Blatt 2, gegebenenfalls Hausstaub |
| 5 | Messwerte bewerten lassen | Maßstab nennen lassen, Richtlinie von 1994 und Richtwerte von 2025 |
| 6 | Sekundärquellen prüfen | Teppiche, Gardinen, Möbel, Wandflächen |
| 7 | Sanierung konzipieren | Primärquellen, Sekundärquellen, Reinigung, Entsorgung |
| 8 | Erfolg messen | Nachmessung, Jahreszeit beachten |
Unsichtbares Erbe
| PCB sind ein unsichtbares Erbe der Bauzeit bis Ende der 1970er Jahre. Sie sitzen meist in grauen Fugenmassen, riechen nicht und verteilen sich über Luft, Staub und Textilien. Wer ein Fertighaus aus dieser Zeit besitzt oder kaufen will, sollte sie nicht ignorieren, aber auch nicht dramatisieren. Entscheidend ist die Messung, die Quelle und Belastung klärt. Die Bewertung ist im Umbruch. Die alte PCB Richtlinie mit ihren Werten von 300 und 3000 Nanogramm pro Kubikmeter gilt weiter, doch das Umweltbundesamt hat 2025 mit 80 und 800 Nanogramm strengere, gesundheitlich begründete Richtwerte abgeleitet. Wer saniert, sollte sich daran orientieren. Und wer eine Fuge verdächtigt, lässt sie von Fachleuten prüfen, bevor er sie berührt. |
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Häufig gestellte Fragen
Was sind PCB und warum sind sie gefährlich?
PCB sind synthetische Chlorverbindungen, die bis Ende der 1970er Jahre in Fugenmassen, Anstrichen und Klebstoffen steckten. Sie sind schwer abbaubar, wurden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als krebserzeugend für den Menschen eingestuft und wirken unter anderem auf Nerven und Immunsystem.
Wo steckt PCB in einem alten Fertighaus?
Am häufigsten in grauen, dauerelastischen Fugenmassen an Fenstern, Türen, Elementstößen und im Außenbereich. Außerdem in Anstrichen, Klebstoffen, Deckenplatten, Kabelummantelungen und älteren Leuchten.
Woran erkenne ich PCB haltige Fugen?
Äußerlich kaum. Typisch sind graue, dauerelastische Massen auf Polysulfidbasis, die überstrichen sein können. Sicherheit gibt nur eine Materialprobe im Labor.
Kann man PCB riechen?
Nein. PCB haben nach den vorliegenden Angaben keinen verlässlichen Geruch. Ein unspezifischer Weichmachergeruch ist möglich, aber kein Nachweis.
Welche Richtwerte gelten für die Raumluft?
Die PCB Richtlinie von 1994 nennt 300 Nanogramm pro Kubikmeter als Vorsorgewert und 3000 als Interventionswert. Das Umweltbundesamt hat im Januar 2025 Richtwerte von 80 und 800 Nanogramm pro Kubikmeter abgeleitet. Ein Sachverständiger ordnet die Werte für Ihren Fall ein.
Muss ich PCB haltige Fugen entfernen?
Nicht automatisch. Entscheidend ist die Raumluftbelastung. Zwischen 300 und 3000 Nanogramm pro Kubikmeter empfiehlt die Richtlinie, die Quelle aufzuspüren und nach Möglichkeit zu beseitigen. Mit den neuen Richtwerten verschiebt sich die Bewertung nach unten.
Darf ich Fugen selbst herausschneiden?
Davon ist abzuraten. Dabei entstehen Staub und Dämpfe, und die Entsorgung unterliegt dem Gefahrstoffrecht. Beauftragen Sie eine Fachfirma.
Betrifft PCB auch Häuser nach 1980?
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist eine offene PCB Anwendung bei nach 1980 errichteten Gebäuden nicht zu erwarten. Vereinzelt können ältere Lagerbestände verbaut worden sein. Eine Messung klärt es.
Weiterführende Literatur
Dieses Thema behandle ich in meinem Buch „Das Fertighaus-Dilemma” ausführlich. Dort finden Sie die Einordnung der Schadstoffe, Hinweise zur Untersuchung und Checklisten für Käufer, Verkäufer, Makler und Bewohner.
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