Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2026

PAK in alten Fertighäusern. Teerkleber, Dachbahnen und Carbolineum erkennen, messen und sanieren

Kurz zusammengefasst

PAK sind polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe. Sie entstehen bei unvollständiger Verbrennung und bei der Verkokung von Kohle und stecken in Teer und Pech. Im Bauwesen finden sie sich vor allem in Teerklebern unter Parkett, in Dach und Dichtungsbahnen, in Schwarzanstrichen, in Teerkork, in Fugenvergussmassen und im Holzschutzmittel Carbolineum. Teerkleber für Parkett wurden etwa bis in die 1960er Jahre verwendet. Bitumen enthält deutlich weniger PAK als Teer. Benzo[a]pyren dient als Leitsubstanz und gilt als krebserzeugend für den Menschen. Als Bewertungsmaßstäbe nennt die Verbraucherzentrale NRW einen vorläufigen Leitwert von 0,80 Nanogramm Benzo[a]pyren pro Kubikmeter Raumluft und Maßnahmenwerte von 100 beziehungsweise 10 Milligramm je Kilogramm frischem Hausstaub. Wer PAK Verdacht hat, braucht eine Materialprobe. Eine Sanierung gehört in die Hand von Fachfirmen, die nach der Handlungsanleitung der Berufsgenossenschaft und den TRGS 524 und 551 arbeiten. Danach folgt eine Kontrollmessung.

Oft ein Zufallsbefund

PAK gehören zu den Schadstoffen, die man im Haus oft erst entdeckt, wenn jemand etwas aufreißt. Ein alter Parkettboden wird entfernt, und darunter liegt eine schwarze, klebrige Schicht. Ein Dachboden wird ausgebaut, und die Dachbahn riecht nach Teer. Ein Kellerabgang wird saniert, und die Wand zeigt einen schwarzen Anstrich.

Für Fertighäuser aus den 1960er bis 1980er Jahren ist PAK nicht der häufigste Befund. Holzschutzmittel, Formaldehyd und Chloranisole stehen weiter vorn. Trotzdem lohnt sich der Blick. Die Stoffgruppe enthält krebserzeugende Verbindungen, sie kann sich tief in angrenzende Bauteile einlagern, und eine falsche Sanierung verteilt sie im ganzen Haus.

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe

PAK steht für polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe. Es sind Stoffe, die aus mehreren verbundenen Benzolringen bestehen. Bekannte Vertreter sind Naphthalin, Anthracen und Benzo[a]pyren. Die Stoffgruppe umfasst viele Einzelverbindungen, die sich in Flüchtigkeit und Wirkung unterscheiden.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt beschreibt die Entstehung knapp. PAK entstehen im Wesentlichen bei Verbrennungsprozessen, also bei unvollständiger Verbrennung, und durch Pyrolyse, also Verkokung. Sie treten in geringerem Umfang auch als natürlicher Bestandteil in Erdöl oder Naturasphalt auf. Daraus folgt, dass PAK im Haus nicht nur aus Baustoffen stammen müssen. Auch Ruß aus Kamin, Kerzen oder Zigaretten kann PAK in den Staub bringen. Bei der Bewertung von Hausstaub ist das ein Punkt, den ein Sachverständiger berücksichtigt.

Wichtig für die Praxis ist das Prinzip der Leitsubstanz. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, dass Benzo[a]pyren eine Substanz aus der Gruppe der PAK ist, die stellvertretend für die ganze Gruppe gemessen wird. Wer also einen B[a]P Wert im Laborbericht liest, liest den Stellvertreter für die Stoffgruppe.

Teer oder Bitumen- Der entscheidende Unterschied

Teer und Bitumen sehen ähnlich aus und werden oft verwechselt. Chemisch unterscheiden sie sich stark. Das Landesamt trennt vier Begriffe. Teer sind Rückstände aus der Pyrolyse von Steinkohle. Pech sind Rückstände aus der Destillation von Teeren. Bitumen sind Rückstände aus der Destillation von Mineralölen. Asphalt ist eine technisch hergestellte Mischung aus Gesteinskörnungen mit Bitumen als Bindemittel.

Daraus ergibt sich der Kern. Bautechnisch sind Teerprodukte mit hohem PAK Gehalt aus Braun oder Steinkohle und Bitumenprodukte mit geringem PAK Gehalt aus Mineralöl zu unterscheiden. Teerprodukte fielen in Kokereien und Gaswerken in großem Umfang als Abfall an und wurden deshalb im Bau breit verwendet. Anfang der 1980er Jahre kamen zudem Mischprodukte unter Bezeichnungen wie Carbobitumen auf den Markt, bei denen Teer und Bitumen kombiniert waren.

Für Eigentümer bedeutet das. Ein schwarzer, klebriger Belag kann harmlos oder stark belastet sein. Vom Aussehen allein lässt sich das meist nicht ablesen. Erst die Laboranalyse klärt, ob Teer oder Bitumen vorliegt.

PAK im alten Fertighaus

Das Landesamt nennt die häufigsten Einsatzbereiche PAK haltiger Produkte im Bauwesen. Für ein altes Haus sind folgende relevant.

Teer und pechhaltige Klebstoffe. Sie dienten zum Verkleben von Holzparkett und Hirnholzpflaster, dem sogenannten Stöckelpflaster. Das ist der Klassiker. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt, dass PAK haltige Teerkleber für Parkett etwa bis in die 1960er Jahre verwendet wurden. Für Fertighäuser nach dieser Zeit ist der Teerkleber also unwahrscheinlicher. Nachweisbar bleibt er bei Häusern der frühen 1960er Jahre und bei Umbauten mit altem Material. verbraucherzentrale

Teilweise entfernter Parkettboden mit dunklen, bitumenhaltigen Kleberesten als typische PAK-Belastung im Altbau
PAK-haltiger Parkettkleber

Gussasphalt und Asphaltfußbodenplatten. Sie liegen als Estrich oder Belag in Keller und Erdgeschoss und können PAK enthalten.

Dichtungs und Dachbahnen. Teerhaltige Bahnen dienten der Abdichtung von Dach, Kellerwand und Bodenplatte. Bei Bitumenbahnen ist der PAK Gehalt deutlich niedriger.

Schwarzanstriche. Das sind Lösungen und Emulsionen zum Bautenschutz, etwa im Keller, an Fundamenten und in Feuchträumen.

Teerkork. Teerverklebte Korkgranulat Platten und Rohrschalen dienten der Dämmung.

Fugenvergussmassen. Sie fanden sich in Fugen von Böden und Verkehrsflächen.

Teeröle als Holzschutzmittel. Hier steht der Begriff Carbolineum. Das Bayerische Landesamt vermerkt, dass es 2002 ein Verbot von Holzschutzmitteln gab, die Teeröl enthalten, mit Ausnahmen. Eine Veröffentlichung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt beschreibt Carbolineum als Mischung verschiedener Teeröle, die sowohl insektizid als auch fungizid wirkt, und deshalb in der Vergangenheit oft als Holzschutzmittel eingesetzt wurde. Heute wird das schwarzbraune Teeröl wegen seines PAK Gehalts als krebserzeugend und umweltschädlich eingestuft und seine Verwendung ist verboten. Der Leitfaden Bauabfälle Rheinland Pfalz nennt Holzschutzmittel aus Steinkohlenteeröl, zum Beispiel an behandelten Balken und Dielenbrettern.

Weitere Hinweise. Das Landesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass manche dieser Baustoffe außerdem Asbest enthalten können. Das gilt besonders für Asphaltfliesen und alte Kleber. Eine Probe aus einem solchen Material gehört deshalb in Fachhände.

Bedeutung für das alte Fertighaus

Für ein Fertighaus mit Holzständerbauweise sind die folgenden Stellen am wahrscheinlichsten:

  • Dach und Dichtungsbahnen
  • Abdichtungen und Anstriche im Keller und an der Bodenplatte
  • Kork und Dämmplatten in älteren Bereichen
  • Carbolineum an Holzbauteilen, die im Außenbereich oder in Nebengebäuden verwendet wurden
  • Teerkleber unter Parkett kommt bei den frühesten Baujahren in Frage

Dass ein Haus einen dieser Stoffe enthält, ist keine Regel. Es ist eine Möglichkeit, die eine Probe klärt. Eine pauschale Aussage für bestimmte Hersteller oder Typen lässt sich nicht treffen.

Der Weg von PAK in den Körper

Die Aufnahme erfolgt über mehrere Wege. Eine Broschüre des Amtes für Umwelt der Stadt Freiburg beschreibt, dass der Mensch PAK beim Einatmen von Partikeln, beim Essen von Nahrung und durch Hautkontakt mit Materialien aufnimmt, die Kohlenwasserstoffe enthalten. Im Haus stehen Staub und Haut im Vordergrund.

Staub. PAK lagern sich an Staubpartikeln an. Aus Teerklebern können sie in den Hausstaub der Wohnung gelangen. Deshalb misst man Hausstaub als Indikator.

Flüchtige Anteile. Naphthalin gast aus teerhaltigen Materialien aus und ist als Geruch nach Teer oder Mottenkugeln wahrnehmbar. Der Artikel zur Nase als Messgerät beschreibt das Geruchsbild.

Sekundäre Kontamination. PAK bleiben nicht im Material. Das Landesamt beschreibt, dass Schwarzanstriche und Dichtmittel oft verdünnt vorgestrichen wurden, wodurch PAK als sekundäre Kontamination tief in das Mauerwerk eingedrungen ist. Ein Leitfaden der Stadt Regensburg ergänzt, dass durch teerhaltige Kleber und Anstriche PAK Belastungen auch in benachbarten Stoffen wie Putz oder Estrich entstehen. Das erklärt, warum das Entfernen des Belags allein manchmal nicht genügt.

Gefährlichkeit von PAK

Die Gefahr hängt vom Stoff ab. Die Stoffgruppe ist groß, und die Wirkung unterscheidet sich stark.

Krebserzeugende Wirkung. Die Verbraucherzentrale NRW stellt fest, dass es in der Gruppe der PAK viele krebserzeugende Substanzen gibt. Benzo[a]pyren wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als krebserzeugend für den Menschen in Gruppe 1 eingestuft. Das Freiburger Merkblatt beschreibt, dass einige PAK das Erbgut schädigen, Krebs auslösen oder die Entwicklung des Fötus beeinflussen können, und dass Benzo[a]pyren all diese Eigenschaften aufweist und als schädlichster PAK gilt. Im Teeröl ist Benzo[a]pyren der gefährlichste Stoff. Das Teeröl selbst besteht nach diesem Merkblatt zu 85 Prozent aus PAK.

Gefahr und Risiko. Eine Einstufung beschreibt, ob ein Stoff Krebs auslösen kann. Sie sagt nichts über die Höhe des Risikos in Ihrem Haus. Ein intakter, versiegelter Boden mit Teerkleber kann deutlich weniger Belastung bedeuten als ein aufgebrochener. Entscheidend sind Menge, Freisetzung und Aufenthaltsdauer. Deshalb misst man, bevor man bewertet. Bei Beschwerden oder Sorgen holen Sie ärztlichen Rat ein.

Kinder. Die Bewertungswerte unterscheiden zwischen Haushalten mit und ohne Kleinkinder. Das hat einen Grund. Kleinkinder nehmen am Boden spielend Staub auf.

Erkennung von PAK im alten Fertighaus

Eine sichere Erkennung ohne Labor gibt es nicht. Es gibt aber Hinweise.

Aussehen. Teerprodukte sind schwarz oder schwarzbraun. Das Carbolineum wird als schwarzbraunes Teeröl beschrieben. Ein Kleber unter Parkett, der schwarz, hart oder klebrig ist, kann Teer sein.

Geruch. Ein beißender, teerartiger Geruch ist ein starkes Indiz. Er kann auch von Bitumen oder Mottenkugeln stammen. Ob Teer oder Bitumen vorliegt, lässt sich am Geruch allein nicht entscheiden.

Baujahr und Einbauort. Parkett aus der Zeit bis in die 1960er Jahre, Dachbahnen und Kellerabdichtungen aus alten Bauphasen und Holzteile mit dunklem ölig wirkendem Anstrich sind verdächtig.

Die Probe. Verlässlich ist nur die Analyse. Sie erfasst den Gehalt an Benzo[a]pyren und weiteren PAK im Material. Nehmen Sie die Probe nicht selbst aus verdächtigem Kleber oder Belag. Ein Eingriff kann Staub freisetzen, und manche Materialien enthalten zusätzlich Asbest.

Messung und Bewertung von PAK

Es gibt drei Messwege:

MesswegWas untersucht wirdZweck
MaterialprobeKleber, Estrich, Anstrich, Bahn, HolzKlärt, ob und wie stark ein Material belastet ist.
HausstaubFrischer Staub aus dem WohnbereichZeigt die Verteilung im Wohnraum und die Belastung durch Staub.
RaumluftLuft im Raum unter definierten BedingungenZeigt flüchtige Anteile wie Naphthalin und die Luftbelastung.

Material. Die Probe zeigt, was im Bauteil steckt. Sie ist der erste Schritt. Beachten Sie, dass ältere Parkettkleber nach Untersuchungen der Stiftung Warentest nicht nur PAK, sondern auch PCB, Dioxine und Furane enthalten konnten. Je nach Kleber sollte die Untersuchung deshalb weitere Stoffe einschließen. Der Artikel zu PCB beschreibt den Hintergrund.

Hausstaub. Die PAK Hinweise des Deutschen Instituts für Bautechnik nennen Maßnahmenwerte für Wohnräume. Danach werden Maßnahmen empfohlen, wenn mehr als 100 Milligramm Benzo[a]pyren pro Kilogramm frischem Hausstaub gemessen werden, beziehungsweise mehr als 10 Milligramm pro Kilogramm, wenn sich Kleinkinder in der Wohnung aufhalten. Wichtig ist das Wort frisch. Alter Staub aus dem Staubsaugerbeutel liefert andere Werte. Der Artikel zu Selbsttest oder Labor erklärt, warum die richtige Probenahme zählt.

Raumluft. Hier gibt es einen neuen Maßstab. Der Ausschuss für Innenraumrichtwerte beim Umweltbundesamt hat 2021 für Benzo[a]pyren einen vorläufigen Leitwert von 0,80 Nanogramm pro Kubikmeter Raumluft festgelegt, der nach einer Sanierung eingehalten werden sollte. Für das flüchtige Naphthalin gibt es eigene Innenraumrichtwerte. Fragen Sie den Sachverständigen nach dem aktuellen Wert.

MaßstabWertBezug
Vorläufiger Leitwert des Ausschusses für Innenraumrichtwerte 20210,80 ng/m³ Benzo[a]pyrenRaumluft, Ziel nach Sanierung
PAK Hinweise des Deutschen Instituts für Bautechnik100 mg/kg Benzo[a]pyrenfrischer Hausstaub, Maßnahmen empfohlen
PAK Hinweise bei Kleinkindern10 mg/kg Benzo[a]pyrenfrischer Hausstaub, Maßnahmen empfohlen

Die Werte sind Orientierungen und keine gesetzlichen Grenzwerte. Ein Sachverständiger ordnet sie für Ihr Haus ein. Der Artikel zur Notwendigkeit des Sachverständigen erklärt, warum diese Einordnung wichtig ist.

Ablauf einer PAK-Sanierung

Die Sanierung hängt von Material, Zustand und Belastung ab. Einige Grundsätze gelten fast immer.

Fachfirma beauftragen. Die Verbraucherzentrale NRW rät, dass das Parkett von einer Fachfirma gemäß der Handlungsanleitung der Berufsgenossenschaft Bau unter Berücksichtigung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 524 beziehungsweise 551 entfernt werden sollte. Die Mitarbeiter sollten an einem gefahrstoffbezogenen Sachkundelehrgang teilgenommen haben. Passende Firmen finden Sie über die Suchfunktion der Handwerkskammer oder beim Gesamtverband Schadstoffsanierung. Das gilt nicht nur für Parkett. Die TRGS 524 und 551 gelten auch beim Ausbau von PAK haltiger Korkdämmung.

Staub kontrollieren. Bei der Entfernung ist wichtig, dass eine Verunreinigung der Wohnung mit PAK haltigen Stäuben durch Schutzvorkehrungen und Arbeitsmethoden vermieden wird. Wer selbst schleift, fräst oder reißt, verteilt den Wirkstoff im Haus. Das ist der häufigste Fehler.

Alternativen bei intaktem Belag. Wenn das Parkett noch intakt ist, sind auch andere Maßnahmen wie eine Versiegelung möglich, um die Belastung mit PAK zu reduzieren. Ob das reicht, hängt vom Messwert ab. Die Entscheidung gehört in die Hand des Sachverständigen.

Sekundäre Kontamination prüfen. Wenn PAK in Putz, Estrich oder Mauerwerk eingedrungen sind, genügt das Entfernen der Quelle manchmal nicht. Das Konzept sollte diese Bauteile einbeziehen.

Entsorgung von PAK-haltigen Materialien

PAK haltige Abfälle gehören nicht in den Hausmüll. Der Regensburger Leitfaden hält fest, dass PAK belastete brennbare Abfälle je nach Gehalt in einer Hausmüll oder Sondermüllverbrennungsanlage zu entsorgen sind. Für behandeltes Holz gilt, dass es prinzipiell einer thermischen Abfallbehandlung zugeführt werden muss. Teeröl getränktes Holz wird dabei als Altholz der Kategorie A IV geführt. Der Artikel zum Abstand vom Hauskauf beschreibt die Altholzkategorien und die Kosten. Der Entsorgungsfachbetrieb klärt Schlüssel, Verpackung und Nachweis.

Asbest ausschließen. Weil manche PAK haltigen Materialien auch Asbest enthalten, gehört zur Vorbereitung eine Prüfung. Bei Verdacht arbeiten nur Fachbetriebe.

Kontrollmessung. Der Erfolg ist durch eine Messung nach Abschluss der Arbeiten und der Feinreinigung zu belegen. Das gilt auch bei einer Neuversiegelung. Dabei sollten je nach Kleber auch weitere Stoffe wie PCB berücksichtigt werden.

Kauf, Verkauf und Steuer

Beim Kauf eines Hauses mit altem Parkett, Dachbahnen oder Kellerabdichtungen gehört die Frage nach PAK in das Gutachten. Wer einen Befund vor dem Kauf kennt, kann ihn in Preis und Vertrag verankern. Der Artikel zum Abstand vom Hauskauf zeigt, wie das geht. Verkäufer sollten bekannte Belastungen nicht verschweigen, wie der Artikel zur Haftung beim Hausverkauf erklärt. Steuerlich können Sanierungskosten bei Schadstoffen unter Voraussetzungen als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Ein Gutachten ist die Grundlage, wie der Artikel zur steuerlichen Absetzbarkeit beschreibt.

Im Fertighaus seltener

PAK sind ein Erbe der Teerzeit im Bauwesen. Sie sitzen in Klebern, Bahnen, Anstrichen, Kork und Holzschutzmitteln und können tief in Nachbarbauteile eindringen. Für Fertighäuser ist die Gruppe seltener als Holzschutzmittel und Formaldehyd, aber nicht auszuschließen. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Teer und Bitumen, und die gelingt nur im Labor. Wer Verdacht hat, sollte nichts anfassen, was Staub erzeugt, und eine Probe nehmen lassen. Wer saniert, wählt eine Fachfirma, die nach den Regeln arbeitet, und belegt den Erfolg durch eine Kontrollmessung. So bleibt aus einem alten Belag keine neue Belastung.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind PAK?

PAK sind polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe. Sie entstehen bei unvollständiger Verbrennung und bei der Verkokung von Kohle und stecken in Teer, Pech und Teerölen. Benzo[a]pyren ist die bekannteste Leitsubstanz.

Wo kommen PAK in alten Häusern vor?

Vor allem in Teerklebern unter Parkett, in Dach und Dichtungsbahnen, in Schwarzanstrichen, in Teerkork, in Fugenvergussmassen und im Holzschutzmittel Carbolineum. Manche dieser Materialien enthalten zusätzlich Asbest.

Bis wann wurden Teerkleber verwendet?

Nach der Verbraucherzentrale NRW etwa bis in die 1960er Jahre. Danach setzte sich Bitumen durch, das weniger PAK enthält. Eine Probe klärt, was bei Ihnen vorliegt.

Ist Teer von Bitumen am Aussehen zu unterscheiden?

Meist nicht. Beides ist schwarz und klebrig. Teerprodukte haben einen hohen, Bitumenprodukte einen geringen PAK Gehalt. Die Analyse zeigt es.

Sind PAK krebserzeugend?

Viele PAK wirken krebserzeugend. Benzo[a]pyren hat die Internationale Agentur für Krebsforschung als krebserzeugend für den Menschen in Gruppe 1 eingestuft. Das Risiko in einem Haus hängt von Menge, Freisetzung und Aufenthaltsdauer ab.

Welche Werte gelten für PAK?

Für Benzo[a]pyren in der Raumluft gilt ein vorläufiger Leitwert von 0,80 Nanogramm pro Kubikmeter, den der Ausschuss für Innenraumrichtwerte 2021 festgelegt hat. Im frischen Hausstaub empfehlen die PAK Hinweise Maßnahmen ab 100 Milligramm Benzo[a]pyren je Kilogramm, bei Kleinkindern ab 10 Milligramm.

Darf ich Parkett mit Teerkleber selbst entfernen?

Davon ist abzuraten. Die Arbeit erzeugt Staub, der PAK im Haus verteilt. Die Verbraucherzentrale rät zu einer Fachfirma, die nach der Handlungsanleitung der Berufsgenossenschaft und den TRGS 524 beziehungsweise 551 arbeitet.

Kann ich einen intakten Parkettboden mit Teerkleber behalten?

Unter Umständen ja. Wenn das Parkett intakt ist, sind andere Maßnahmen wie eine Versiegelung möglich. Der Erfolg sollte durch eine Messung belegt werden.

Weiterführende Literatur

Dieses Thema behandle ich in meinem Buch „Das Fertighausdilemma” ausführlich. Dort finden Sie die Einordnung der Schadstoffe, Hinweise zur Untersuchung und Checklisten für Käufer, Verkäufer, Makler und Bewohner.

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Über den Autor

Maximilian Hundertmark

Der Autor befasst sich seit Jahren intensiv mit den baulichen Besonderheiten, Schadstoffrisiken und Geruchsproblemen älterer Fertighäuser. Als Autor der Bücher „Hosby“ und „Das Fertighaus-Dilemma“ fasst er fundierte Recherchen und praktische Erkenntnisse zusammen, um Hauskäufern und Eigentümern eine unabhängige und ehrliche Orientierung zu bieten.